Waldorfkindergarten

Aus der Beschreibung der Entwicklung im ersten Jahrsiebt folgt, dass ein Kind bis zur Einschulung mit sieben Jahren nicht mit Rechnen, Schreiben und mit sonstigem theoretischen  Kram vollgestopft werden sollte. Im Waldorfkindergarten geht es um Rhythmen im Tageslauf und in der Woche und um die Wahrnehmung der Jahreszeiten. Der Schwerpunkt liegt in der Nachahmung der Erwachsenen (Erzieher). Bei der Ernährung wird in der Regel auf ökologisch erzeugte Produkte und meistens auf vegetarische Ernährung Wert gelegt. Die Kinder helfen bei der Zubereitung der Speisen mit. Sie bewegen sich im Kindergarten wie früher die Kinder in einer Großfamile.

Waldorfschule / Rudolf Steiner Schule

Wie zuvor bei den Jahrsiebten berschrieben strebt das Kind mit sieben Jahren danach ebenso viel zu können wie die Erwachsenen. Der Lehrer wird als Vorbild gesehen. Gern schließt das Kind sich dem Lehrer an. Hier liegt eine sehr große Verantwortung beim Lehrer diese Kinder auch weiterhin zu begeistern. Der Klassenlehrer begleitet die Kinder bis einschließlich der achten Klasse. Erst dann beginnt der eigentliche Fachunterricht durch spezialisierte Lehrer. Selstverständlich beginnt man in der ersten Klasse mit zwei Fremdsprachen, in der Regel Englisch un Russisch, bzw. Französisch. Schreiben und Rechnen wird in so genannten Epochen unterrichtet. Epochen folgen dem Monatsrhythmus, d.h. es wird jeden Tag gerechnet und in der nächsten Epoche eben täglich geschrieben. Die Schuüler bleiben bis zur 12. Klasse zusammen. Danach kann der Hauptschulabschluss bzw. die Mittlere Reife Prüfung abgelegt werden. Schüler für die Abiturprüfung schließen ein 13. Jahr an, in dem der staatlich verordnete Stoff eingepaukt wird. Es wird also nicht schon nach der vierten Klasse "gesiebt". Manche Kinder brauchen einfach mehr Zeit für ihre Entwicklung.

Mit Kindern ist es ein wenig wie mit Pferden beim Rennsport. Es sind oft die Pferde die bereits am Start vorne sind, die ihre Nase zu Letzt durchs Ziel schieben. Ein guter Jokey weiß um diese Besonderheiten; viele Eltern und Politiker leider nicht.

Der großen Mehrheit, die auf den Staatsschulen schon nach dem 14. Lebensjahr am Ende der Pubertät einen Beruf ergreifen musss, ist eine echte Wahl nicht möglich. Insbesondere Mädchen im Alter von 15 Jahren werden oft als billige Arbeitskraft missbraucht um nach einer Anzahl von Jahren entlassen und wieder durch jüngere ersetzt zu werden. Ein Weltbild von Ausbeutung und betriebsmäßiger "Verwertung" entsteht.

Alle Waldorfschulen arbeiten nach demselben Konzept. Ein Wechsel zu einer anderen Waldorfschule (z.B. bei Umzug der Familie an einen anderen Wohnort) ist unproblematisch. Selbst der Umzug in ein anderes Land ist, abesehen von Sprachproblemen unkompliziert. Ein deutsches Kind wird z.B. in Israel oder China seinen gewohnten Rhythmus wieder finden. Es wird für das Kind schön sein die Jahresfeste (Rhythmen) dort in der landeseigenen Weise erleben zu können und somit Zugang zu der neuen Kultur in dem ihm vertrauten Rahmen zu erhalten.