Babykost 

Die Nahrung muss vom Kind verstoffwechselt werden können. Hierzu bedarf es einer adäquaten Bakterien Ausstattung die während der Schwangerschaft und während der Passage durch den Geburtskanal von der Mutter auf das Kind übergeht.

Leider gibt es immer mehr Entbindungen mittels Kaiserschnitt. Schuld daran ist die Inkompetenz vieler Ärzte und die Angst vieler Hebammen vor strafrechtlicher Verfolgung welche in unserem Lande die Ausmaße einer Hexenjagd angenommen hat.

Nach einem Kaiserschnitt mangelt es den Kindern an dieser Erstausstattung. Die Folge sind Probleme im Stoffwechsel und auch im Immunsystem. Von Dr. Maria G. Dominguez-Bello (NYU Langone Medical Center) gibt es Untersuchungen hierzu. Sie appliziert vor einer geplanten Sectio einen Mulltupfer für 1 Stunde in der Scheide der Mutter. Danach wird der Tupfer entnommen und aufbewahrt und nach der Sectio das Kind von Oben bis Unten (zuerst Mund und Kopf) damit bestrichen. So wird das Kind trotz Sectio mit der erforderlichen mütterlichen Flora versorgt.

Besprechen Sie dieses Vorgehen bei drohendem Kaiserschnitt mit Ihrer Hebamme (Es gibt natürlich auch medizinisch erforderliche Kaiserschnitte, Kompetenz vorausgesetzt). In jedem Fall ist der Aufbau der kindlichen Darmflora mit entsprechenden Präparaten angezeigt. Hierzu berät Sie Ihre Hebamme bzw. erhalten die Mütter der mir anvertrauten Kinder die erforderlichen Hinweise.

Die WHO (World Health Organisation) empfiehlt Stillen bis zum zweiten Lebensjahr. Stillen bis zum siebenten Lebensjahr ist aus meiner Sicht akzeptabel. Allerdings wird das Kind dann schulreif und muss sich von der Mutter etwas weiter entfernen um seinen Lebensweg fortsetzen zu können. Daher würde ich spätestens bei siebenjährigen Kindern das Gespräch mit der Mutter suchen um einen geeigneten Weg zum Abstillen zu finden.

Anthroposophen empfehlen das Stillen bis maximal zum neunten Monat. Dies hört man oft und man kann es gelegentlich auch mal lesen. Dies gehört in das Reich der Mythen und spiegelt lediglich die individuelle Meinung der betreffenden Hebamme, Krankenschwester oder des Arztes aus der anthroposophischen Medizin wieder. Die heutzutage von der "westlichen Medizin" in Deutschland vertretene Ansicht, dass sogar sechs Monate Stillzeit ausreichend sei bedarf keiner weiteren Kommentierung.

Übrigens, bei den Pygmäen tragen die Väter in der Regel ihre Kinder. Die Pygmäen sind ein Sammler und Jäger Volk. Wenn die Frauen weg sind und die Männer zusammen sitzen (Art Stammtisch), dann nuckeln die Babys an den Brüsten ihrer Väter. Es tröstet mich zu wissen, dass wir Männer unsere Brüste wenigstens als Schnuller nutzen können. Ich habe mich früher immer gefragt wofür diese "Dinger" eigentlich gut sind.

Leider gibt es auch Situationen in denen das Kind keine Brust will bzw. die Mutter nicht stillen kann. Dies ist dann einfach so! Daher hier ein paar Empfehlungen:

Zu bevorzugen ist:
  • Eselsmilch (optimal, z.B. über lattediasina)
  • Bio-Stutenmilch (z.B. Equilac)

(gefroren, pasteurisiert) bzw. Bio-Stutenmilch-Pulver und als Ergänzung Bio-Stutenmilch mit Reisflocken. 

Eselsmilch ist besser als Stutenmilch, allerdings hierzulande mir keine Quelle bekannt (evtl. über www.lattediasina.org als gefriergetrocknete Milch oder auch über www.amazon.de von derselben vorstehenden Firma als Latte di Asina biologico liofilizzato.)

Ziegenmilch (z.B. Bambinchen, auch Mischungen von Holle) ist ebenfalls eine gute und insbesondere kostengünstige Wahl. 

Auch zu empfehlen "Blemil plus forte, hydrolyzed rice", insbesonders für stark Allergie gefährdete Kinder. Zu beziehen leider nur aus dem Ausland aber z.B. über die deutsche Seite www.fruugo.de. Blemil wird von der spanischen Firma "ORDESA" hergestellt.


Alternativ, z.B. bei nicht Allergie gefährdeten Kindern: (Man braucht nur die Anfangsmilch). 

  • z.B. "Holle Bio-Anfangsmilch 1", (auch auf Ziegenmilch Grundlage zu erhalten) bzw. Anfangsmilch von Alnatura

zu kaufen z.B. bei dm-Drogerien, Alnatura Läden. Die Folgemilch (ab 7.Monat) ist lediglich ärmer an Nährstoffen weil das Kind dann noch andere Sachen isst und daher entbehrlich.

ab 7te Woche: Zusätzlich eine Möhre schälen, roh auf einer Glasreibe zerkleinern, im Tuch ausdrücken und davon 1 bis 2 Teelöffel täglich geben. 

ab 7te Woche: Schwarzer Johannisbeer Saft (z.B. Voelkel), 1-2 Teelöffel täglich; bei windelfreien Kindern  kein Problem, bei gewickelten Babys auf Haut achten - sauer -

Baby Brei gibt es auch von Holle auf Reis-Basis.

Falls Ihr Baby zu wenig trinkt (konzentrierter Urin, trockene Schleimhäute, harter Stuhl)
empfehle ich Baby Kräuter Tee und Baby Fenchel Tee (Alnatura) oder Baby-Bäuchleintee (Lebensbaum).

 Lebensalter Zahl der Mahlzeiten Milchtrinkmenge pro Tag
 0. - 3. Woche 5 - 6 1/5 - 1/6 des Körpergewichts
 4. - 6. Woche 4 - 5 1/5 - 1/6 des Körpergewichts
 7. - 12 Woche 4 - 5 1/6 des Körpergewichts
 ab 4. Monat 4 1/7 des Körpergewichts
 ab 5./6. Monat 2 Flaschen 400 - 500 ml

Tabelle entnommen aus: Säuglingsnahrung - Stillen u. veg. Beikost; Petra Kühne; s.a. Bezugsquellen


Beikost

Es erscheint sinnvoll Beikost erst nach den ersten Zähnchen anzubieten. Normalerweise also im Alter von 6 bis 9 Monaten (vorher nicht schädlich; wird aber nicht, bzw. nur schlecht verdaut)

In einigen Ländern wird erst ab einem Alter von 12 Monaten Beikost verwendet. Dies hängt sicherlich auch mit den Gegebenheiten vor Ort zusammen. Die Mutter wirkt bei der Nahrungsaufnahme als Filter. Insbesondere Frauen die in äußerst schlechten hygienischen Verhältnissen leben müssen, wie z.B. die Frauen der Dalit Kaste in Indien, greifen erst im zweiten Lebensjahr zur Beikost.

Bei einigen Stämmen der Naturvölker in Südamerika wird eine Beikost bereits ab 3 Monaten gegeben. (nicht schädlich aber schlecht zu verdauen)

Dies soll nur aufzeigen, dass man sich mit der Beikost nicht so beeilen muss. Die Muttermilch ist in der Regel ausreichend.

Die Beikost wird dem Kind in der Regel mit einem Löffel (z.B. Europa) bzw. mit Stäbchen (z.B. Japan) bzw. auch mit der Hand (z.B. Afrika) zugeführt.

Beikost muss nicht grundsätzlich nur aus Brei bestehen; auch feste Nahrung ist möglich (mundgerecht schneiden!). Es ist von Vorteil das Kind am Tisch zusammen mit den anderen Familienmitgliedern essen zu lassen. So kann Interesse an der Nahrungsvielfalt geweckt werden und das Kind wird probieren wollen und auch sehr bald selbst den Löffel in die Hand nehmen. Hilfe zur Selbsthilfe! 

Baby Led Weaning - BLW; (Finger Food)

Nähere Information zu diesem Thema

Eine Methode bei dem Kinder ab einem Alter von ca. 6 Monaten feste Nahrung (Gemüse und Obst in handlichen Stückchen) angeboten wird.

Ich sehe allerdings kein Problem darin einem Kind auch mal etwas zu reichen (füttern). Dies schafft bzw. trägt zu Nähe und Vertrauen bei und macht auch Spaß. Überwiegend kann das Kind sich natürlich selbst die Nahrung nehmen. Das wird ohnehin meistens gern so gemacht. Man sollte den Kindern diesen Freiraum ermöglichen.
 

Bezugsquellen

Man kann die Babykost auch selbst bereiten. Ein praktisches Büchlein gibt es von
 
  • Petra Kühne, Säuglingsernährung - Stillen und vegetarische Beikost - Arbeitskreis für Ernährungsforschung

 (einfach zu bestellen über www.amazon.de

Es ist nicht nötig die Nahrung vorher zu sterilisien! Auch das Wasser muss nicht grundsätzlich abgekocht werden. Das Kind ist auch nicht steril! 

Holle Anfangsmilch, Demeter-Qualität

Zollmann, Demeter-Qualität

Babykost ab dem 4.Monat, auch Anfangsmilch

Bambinchen Säuglingsmilchnahrung (Milch aus New Zealand)

Lebensbaum (Tee)

Eselsmilch, aus Italien

Baby-Milch auf Reis Basis

Es gibt natürlich auch andere, sehr gute Lieferanten/Produzenten. 

Weitere Information zur Ernährung