Rh negativen Schwangeren mit zu erwartendem Rh positiven Baby wird in der Regel eine sogenannte Anti-D Prophylaxe empfohlen

Es kann bei der Zweitgeburt, sollte es bei der vorhergehenden Schwangerschaft durch den Kontakt des mütterlichen Blutes mit dem kindlichen Blut infolge von Traumata gekommen sein, das Blut des zweiten Kindes aufgelöst werden. Dies wäre im schimmsten Fall nicht mit dem Leben des Kindes zu vereinbaren. Es erfolgt in solchen Fällen die Behandlung des Kindes noch im Mutterbauch und ist mit vielen Risiken behaftet.

90 % aller Rh negativen Frauen sind allerdings nicht betroffen. In vielen Fällen ist ja auch der Partner oder das zu erwartende Kind dann auch Rh negativ. Es verbleiben also 10 % kritische Schwangerschaften in Bezug auf eine mögliche Immunisierung.

Hebammen empfehlen Traumata zu vermeiden. Dazu zählt die Vermeidung von Ultraschall Untersuchungen während der gesamten Schwangerschaft, selbstverständlich keine Amniozentese und unnötige Manipulationen an der Schwangeren. Die Geburt sollte ohne sofortiges Abbinden der Nabelschnur erfolgen, auch sollte nicht an der Plazenta gezogen werden. Dies alles könnte zu Traumata führen. Auch auf die korrekte Ernährung während der Schwangerschaft sollte geachtet werden.

Ausgegangen wird dabei von der Annahme, dass die Natur es schon so eingerichtet hat, dass Mutter und Kind die Schwangerschaft gesund überleben. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit!

Dennoch bleibt eine Restunsicherheit auch bei Einhaltung aller Spielregeln. Die Gabe von Anti-D ist vergleichbar einer Bluttransfusion mit den hier bekannten Nebenwirkungen (Übertragung bislang noch unbekannter Viren, Unvertäglichkeitsreaktionen, anaphylaktischer Schock, auch mit Todesfolge). Das Produkt ist zwar nicht rot aber dennoch ein richtiges Blutprodukt. Anti-D wird intramuskulär verabreicht (Muskelschmerzen, blauer Fleck denkbar)..

Bestehen Zweifel am problemlosen Verlauf der Schwangerschaft oder sind noch viele weitere Kinder in der Planung, so wird sich die Schwangere wahrscheinlich eher für die Anti-D Gabe entscheiden. Auch dann muss sie wissen, dass diese Gabe in ca. 30 % der Fälle nicht wirksam ist und es dennoch zu einer Antikörperbildung kommen kann. Hinzu tritt dann noch ein nicht auszuschließendes Risiko durch das Produkt selbst.

Letztendlich bleibt die Entscheidung bei der Schwangeren. Sie sollte jedoch zuvor über die Vor- und Nachteile informiert werden. Insbesondere Gynäkologen tun so als sei die Gabe von Anti-D stets harmlos und in jedem Fall unvermeidbar. Wie gesagt. 90 % aller Rh negativen Frauen bedürfen keiner Gabe. Um einem Versagen der Prophylaxe zu begegnen wird teilweise schon während der Schwangerschaft Anti-D gegeben. Man hofft so das verbleibende Restrisiko einer Antikörperbildung weiter zu minimieren. Dieses Vorgehen ist äußerst problematisch und bietet schließlich auch keine 100 %ige Lösung.

Achtung: Die Anti-D Gabe hat nichts mir dem irrigen Konzept der landläufig bekannten Impfung zu tun.