Jahrsiebte

Solon (griechischer Staatsmann, 640 v. Chr.) teilte das Menschenleben in Jahrsiebte ein und beschrieb zehn Jahrsiebte. Das erste Jahrsiebt  ist beendet, wenn das Kind anfängt seine dauerhaften Zähne zu erhalten. Das zweite Jahrsiebt ist mit der Geschlechtsreife beendet. Am Ende des dritten Jahrsiebts wird das Erwachsenenalter erreicht. (Daher Wahlrecht früher 21 Jahre, jetzt politisch gewollt 18 Jahre; bessere Manipulierbarkeit) In der Waldorfpädagogik und der Anthroposophischen Medizin spielen die Jahrsiebte eine große Rolle. Im Folgenden gehe ich nur auf das erste Jahrsiebt ein. Das Wesentliche hierzu habe ich aus dem Buch "Entwicklungsphasen des Kindes von B.C.J. Lievegoed, J.Ch. Mellinger Verlag, Stuttgart 1995, entnommen.

Das erste Jahrsiebt beinhaltet

  • 0 -1 Jahr: Säuglingsphase
  • 2 - 4 Jahr: Kleinkindphase (= erste körperliche Füllung)
  • 5 - 7 Jahr: Übergang zum Schulkind (=erste körperliche Streckung)

Der Säugling ist ganz abhängig von seiner Umgebung, bzw. er gibt sich ohne Vorbehalt seiner Umgebung hin. Innerhalb von 5 Monaten verdoppelt das Kind sein Körpergewicht. Dem Wachstum muss daher  ales andere untergeordnet werden. Die wichtigste Bewusstseinsfunktion ist die Wahrnehmung. Das Kind dieser Periode, das scheinbar "noch nicht begreift", nimmt die tieferen Seeleninhalte seiner Umwelt am allerintensivsten auf.

Anfangs ist der eigene Leib noch eine unbekannte Außenwelt. Darauf folgt die Entdeckung der eigenen Beinchen und Händchen. Es ist das gleiche belustigende Schauspiel wie bei einem jungen Kätzchen, das seinem eigenen Schwanz auflauert. Ist schließlich die eigene Leiblichkeit dem entdeckten Teil der Welt einverleibt, dann kann sie gebraucht werden, um weitere Gebiete der Welt zu erkunden.

Bereits während des Aufrichteprozesses entwickelt sich eine neue, menschliche Fähigkeit, das Sprechen (Gehen - Sprechen - Denken). Das Ich-Bewusstsein erwacht um das dritte Jahr herum.

Das Kind bekommt ein Bewusstsein des eigenen Seins. Das Ich steht nun der übrigen Welt gegenüber. Es kann seinem Ich Ausdruck verleihen indem es "nein" sagen kann. Oft stehen die Kinder etwas erhöht (z.B. auf einer Leiter) wenn sie das erste Mal "ich" sagen und sind über ihr eigenes "Ich" sehr erstaunt.

In den ersten Kinderjahren spielen die Kinder mit demjenigen was sich zufällig innerhalb des Gesichtskreises befindet. Hat das kleine Kind größere Geschwister so will es eben auch gerade damit spielen was die Großen sich vorgenommen haben. Überlassen die Großen dem kleinen Geschwisterchen das Spielzeug und wenden sich einem anderen zu, um Ruhe zu haben, so kommt das kleine Geschwisterchen gleich wieder herbei um genau mit diesem neuen Spielzueg zu spielen. Hier können die Eltern vermitteln.

Im vierten Lebensjahr kommt die schöpferische Phantasie hinzu. Der Teppich wird zur ganzen Welt, der Karton zum Auto und der Lappen zum Kleid. Im fünften Lebensjahr wird aufgebaut, z.B. ein Sandkuchen nach dem anderen, und wenn kein Kuchen mehr hinpasst, so wird alles umgeschmissen und erneut angefangen zu bauen.

Im sechsten Lebensjahr muss das Erbaute Beständigkeit bekommen. Über eine Brücke aus Sand muss auch ein Spielzeugauto fahren können. Und wehe ein kleineres Geschwisterchen schmeißt die Brücke um. Das was vorher noch bejubelt worden wäre ist nun eine Katastrophe. Gerde jetzt war es so schön und nun ist es kaputt! Auch hier müssen Eltern wieder vermitteln können.

Schließlich bemerkt das Kind, das es viele Dinge nicht so gut kann. Die Kiste, vorher noch ein schönes Auto, ist jetzt eben doch nur eine Kiste. Jetzt werden die Menschen bewundert, die z.B. aus Holz ein Auto basteln können. So will das Kind diese Dinge nun erlernen und da setzt die Schulreife ein. Es freut sich nun darauf auch all diese Dinge eines Tages selbst zu können.